»Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.« Jeremia 29,11

Abschied von Pater Antony

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Abschied von Pater Antony

Abschied von Pater Antony

Mit Haltern, das sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, blickt der 43-Jährige zurück. "Damals, vor nun fast zehn Jahren, bin ich von meiner Sprachakademie Klausenhof in Dingden aus zum ersten Mal hierhergekommen. Pfarrer Ahls hat uns die Stadt gezeigt - und danach stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall hierher wollte!" 2012 trat Pater Antony schließlich gemeinsam mit Pater James seinen Dienst in der Pfarrei St. Sixtus an - und fand in Haltern schnell seine "zweite Heimat", wie er bestätigt. "Ich habe mich von Beginn an sehr angenommen gefühlt und im Laufe der Jahre sehr viele nette Menschen kennengelernt." Nicht von ungefähr sei er fast für eine Dekade in der Seestadt geblieben. Diese habe ihn natürlich auch mit ihrer wunderschönen Umgebung begeistert: "Ich war unheimlich gern am See unterwegs. Wie viele Fotos und Filme ich hier gemacht habe, kann ich schon gar nicht mehr sagen", schwärmt der Geistliche.

Auch beim Vertiefen seiner Sprachkenntnisse sei er von einem ehrenamtlichen Team toll unterstützt worden - unter anderem von Christine Linnemann aus Hullern. Die ehemalige Grundschullehrerin erinnert sich gern an die Zeit, in der sie dem Seelsorger teils mit "schauspielreifer Gestik" die deutsche Sprache für seine pastoralen Einsätze nahebrachte. "Besonders gut gefiel ihm meine freie Interpretation einer Stelle aus dem Matthäusevangelium: 'Lasst uns hier drei Hütten bauen - eine für mich und zwei für die Verpflegung'. Das wurde quasi zu einem geflügelten Satz bei uns." Bis heute bestehe ein freundschaftliches Verhältnis, "und ich habe meinerseits aus der gemeinsamen Zeit sehr viel mitgenommen", sagt Christine Linnemann.

Gemeindemitglieder haben Antony ins Herz geschlossen

Wie sie und ihre ehrenamtlichen Kollegen haben auch die Halterner Gemeindemitglieder Pater Antony ins Herz geschlossen und ihn als engagierten Seelsorger, der sich in Haltern viel Anerkennung erworben hat, zu schätzen gelernt. Und auch Pfarrer Michael Ostholthoff blickt gern auf die gemeinsame Zusammenarbeit zurück. "Im Namen aller Mitarbeiter der Pfarrei kann ich Pater Antony für seinen Einsatz nur danken. Es gab viele personelle Wechsel in diesen Jahren, und Antony war ein kontinuierliches Moment. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles erdenklich Gute und Gottes Segen."

Der 43-Jährige stammt aus dem indischen Bundesstaat Kerala und gehört seit 1993 dem Karmeliterorden an. Hierher wird er am 31. Juli auch zurückreisen. "Ich freue mich darauf, meine Mitbrüder wiederzusehen - und natürlich meine Familie, die ich bislang einmal im Jahr besucht habe", so Pater Antony, der das Nesthäkchen von fünf Geschwistern ist. Gleichwohl falle ihm der Abschied von Haltern "sehr, sehr schwer".

Am letzten Sonntag im Juni hatten die Gemeindemitglieder Gelegenheit, sich nach seiner Abschiedsmesse in St. Sixtus von Pater Antony zu verabschieden. Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Kinderchor der Jungen Kantorei St. Sixtus.