»Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.« Jeremia 29,11

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Pfarrei St. Sixtus

Missbrauchsstudie der WWU veröffentlicht

Am Montag dieser Woche stellten die Wissenschaftler die Ergebnisse zum Missbrauch im Bistum Münster vor. Unsere Pfarrei wird sich auch weiterhin mit all ihren Möglichkeiten für die Aufarbeitung einsetzen.

Am Montag dieser Woche haben Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster eine unabhängige Studie zum sexuellen Missbrauch im ​Bistum Münster veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden zunächst ausschließlich den Betroffenen und anschließend Medienvertretern vorgestellt, am Abend gab es eine öffentliche Informationsveranstaltung der WWU. Die Zahlen, die die Forscher nannten, sind erschreckend.

Aus den Akten ergebe sich eine Zahl von 610 Missbrauchsopfern, wobei die Dunkelziffer um ein bis zu Zehnfaches höher liegen dürfte, so die Wissenschaftler - die übrigens keine Juristen, sondern Sozialanthropologen und Historiker sind. Studienleiter Thomas Großbölting erhofft sich dadurch einen besseren Blick auf die Zusammenhänge von Missbrauchstaten. Das Bistum habe die Studie "gut unterstützt". So konnte ermittelt werden, dass die 610 namentlich bekannten Opfer von insgesamt 210 Priestern in mindestens 5700 Einzeltaten missbraucht worden seien - überwiegend in den 60er und 70er Jahren. Drei Viertel der Opfer seien Jungen, ein Viertel Mädchen; das Hauptalter der Kinder liege zwischen zehn und 14 Jahren.

Die Studie zum Missbrauch im Bistum Münster ist in jedem Fall ein weiterer schwerer Schlag für die katholische Kirche in Deutschland in einem scheinbar nicht enden wollenden Skandal. Bischof Dr. Felix Genn hat bereits im Vorfeld zugesichert, dass weitere Konsequenzen im Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster gezogen werden. Er übernehme selbstverständlich die Verantwortung für die Fehler, die er selbst im Umgang mit sexuellem Missbrauch gemacht habe. Am Freitag will sich Genn nach seinem Studium der Akte noch einmal ausführlich äußern.

Auch in der Pfarrei St. Sixtus wird die Aufarbeitung des Skandals weiterhin einen großen Raum einnehmen. "Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in unserem Bistum ist schlicht beschämend. Wir werden in unseren Bemühungen, bei der Aufklärung mitzuhelfen und vor allem die Betroffenen zu unterstützen, nicht nachlassen", so Pfarrer Michael Ostholthoff. Mit den Klagemauern in den Kirchen, der Stellungnahme und der Petition habe es in der Vergangenheit bereits einige Aktionen gegeben, mit ihrem Präventionsprogramm hat die Pfarrei bereits vor Jahren ein wirksames Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche erarbeitet. "Und auch in Zukunft werden wir hier unser Möglichstes tun, um zur Aufarbeitung beizutragen. Wir stehen für die Betroffenen und für alle, die Gesprächsbedarf haben, als Ansprechpartner bereit."

Am Freitag, den 24. Juni, um 19 Uhr findet in der Kirche St. Marien ein Forumsgespräch mit dem Thema "Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter: Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie in Haltern am See" statt. Gäste an diesem Abend sind Dr. Christiane Florin (Redaktion "Religion und Gesellschaft", Deutschlandfunk), Antonius Kock (Selbsthilfe Missbrauch, Dülmen), ein Vertreter des Bistums Münster, Pfarrer Michael Ostholthoff, Sängerin Anne Klare und Pianist Jens Hamer. Die Moderation hat Cäcilia Scholten.
Hierzu eine herzliche Einladung - nutzen wir die Chance, dem Thema in unserer Pfarrei auch weiterhin den Raum zu geben, den es gebraucht!