Schon zum neunten Mal versammelten sich Interessierte aus Haltern und darüber hinaus in der kleinen Kirche St. Maria Magdalena in Haltern-Flaesheim zu "Wort und Klang". Am sonnigen Spätnachmittag des 22. März war diesmal Giannina Wedde zu Gast mit Texten zum Thema "Wage die unbekannte Welt zu lieben". Gebürtig kommt die Referentin aus Bonn, lebt heute in Berlin und bezeichnet sich als Geisteswissenschaftlerin und Künstlerin. Sie empfindet Freude daran, die Schätze der christlichen Mystik zu bergen. Dabei baut sie Brücken zwischen Konfessionen, Grenzgängern und Konfessionslosen, die gleichermaßen von der Sehnsucht nach Gott und gelingendem Leben inmitten einer pluralistischen Welt bewegt sind. Ihr Projekt nennt sie Klanggebet.
An diesem Sonntag las Giannina Wedde aus dem Libretto von "Katharina", einem Oratorium über Aufbruch und Erneuerung, das in Zusammenarbeit mit Helge Burggrabe (Musik) anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Übergabe des Fraumünster-Klosters an die Stadt Zürich durch die letzte Äbtissin Katharina von Zimmern entstand. Nach dem tiefsten Dunkeln des Scheitelpunktes, so Wedde, kann etwas Leises, Wärmendes beginnen, ein erstes Zeichen von Frühling. Giannina Wedde verband Gedanken zur aktuellen Zeit- und Weltsituation mit Impulsen aus der Mystik und eigenen Texten, die davon inspiriert sind. Sie lud die Anwesenden ein, auf die leise Stimme der Sehnsucht zu hören und wach zu werden für das, was in einem selbst Gehör finden will.
Und weil der Mensch, der betet, klingt, so Wedde, ermunterte sie im zweiten Teil die Anwesenden zum mantrischen Singen. Schon bald stimmten viele in bekannte Taizélieder und neue Gesänge von Giannina Wedde selbst ein. Den Abschluss bildete ein Marienlied von Wedde mit der Bitte: Maria, segne unser Sein.
Im Anschluss an diesen berührenden Abend blieben die Anwesenden noch ein wenig bei Brot und Wein zusammen.
Die nächste Veranstaltung von Wort und Klang findet am 11.10.2026 statt. Wir erwarten die Hebamme Manuela Grave und den Gospelchor Nameless Joy.
Christine Hojenski