»Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.« Jeremia 29,11

Die Christus-Statue "Kommet alle zu mir"

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Die Christus-Statue "Kommet alle zu mir"

Die Christus-Statue „Kommet alle zu mir“

Die hier an der Biegung des Weges vom Kreuzweg zur Mariengrotte stehende Christus-Skulptur ist ein Werk des Halterner Bildhauers Bernard Wirtz (1861-1914), von dem auch die 13. und 14. Station des 1967 abgebauten, alten Kreuzwegs stammten, die nur wenige Meter von hier entfernt standen.

Während es zu den genannten Kreuzwegstationen neben einigen Fotos auch Hintergrundinformationen und nähere Beschreibungen gibt, so ist zu dieser Christus-Statue in Textquellen über den Annaberg nirgendwo etwas zu finden. Bekannt ist lediglich, dass B. Wirtz diese Figur, ebenso wie die vom ihm geschaffene Piéta, die hinter der Pilgerkirche steht, 1907 aus Savonnières, einem Muschelkalkstein aus Lothringen, geschaffen hat. Diese Gesteinsart ist gegenüber dem Ibbenbürener und vor allen Dingen dem in unserer Gegend am häufigsten verwendeten Baumberger Sandstein, wesentlich witterungsbeständiger.

Zudem hat der Bildhauer auch in der Halterner Innenstadt weitere Skulpturen geschaffen, so wie 1909 das Anna-Standbild an der Muttergottesstiege und das Stadtwappen an der Front des Alten Rathauses am Marktplatz.

Offene Fragen

Zu dieser Skulptur stehen einige Fragen offen: Wer hat dem Bildhauer dazu den Auftrag erteilt? - Gab es dafür einen speziellen Anlass? - Wie und durch wen ist das Kunstwerk finanziert worden?

Da zu diesen Fragen nirgendwo etwas zu finden war, kann nur spekuliert werden. Ein Auftraggeber ist ebenso wenig bekannt geworden wie ein besonderer Anlass. Das Geld könnte, wie auch bei der Finanzierung der früheren Kreuzwegstationen, durch Sammlungen oder freiwillige Spenden zusammengekommen sein. - Alles bleibt ungeklärt!

Welche Gedanken mag sich der Künstler wohl selber zu seinem Werk gemacht haben? Denkbar wäre vielleicht, dass ihn die nur unweit von der Skulptur stehenden, oben genannten Kreuzwegstationen mit den traurigen Anlässen der "Kreuzabnahme" und der "Grablegung", - dem christlichen Glauben folgend - veranlasst haben, einen auferstandenen Heiland zu schaffen, der seinen gläubigen Anhängern mit offenen Armen anbietet: "Kommet alle zu mir!", denn ich lebe und bin für euch da.

Passender Standort

Der Standort der Skulptur wurde passend gewählt. Wie auf der abgebildeten, kolorierten Ansichtskarte zu sehen ist, geht der Blick östlich durch eine Lichtung auf die im Hintergrund erkennbare Stadt Haltern mit der Sixtuskirche zu. Dieser Blick ist heute wegen hochgewachsener Bäume ebenso wenig noch möglich, wie der Blick von der 12. Kreuzwegstation nach Süden hin über das Lippetal hinweg auf die Kirche Hl. Kreuz im Halterner Ortsteil Hamm-Bossendorf.

Der Standort ist passend, weil im Osten die Sonne aufgeht und damit der neue Tag beginnt, ebenso wie ein neuer Zeitabschnitt mit Jesus Christus nach seiner Auferstehung begann und er die Menschen mit offenen Armen und den Worten: "Kommet alle zu mir" empfangen will.

Zur Abbildung der kolorierten Karte aus der Zeit um 1930 ist anzumerken, dass darauf die Christus-Figur fototechnisch bemalt worden ist. Tatsächlich hat die Skulptur jedoch immer nur in ihrer ursprünglichen Naturstein-Form dort gestanden.

Vandalismus

Wie es heutzutage häufiger vorkommt, dass Kunstwerke im öffentlichen Raum - in Museen, wie auch freistehend - beschädigt werden, kam es auch schon in den 1950er dazu, dass der Christus-Statue beide Hände abgeschlagen wurden. Es dauerte dann über 10 Jahre, bis jemand auf den unhaltbaren Zustand hinwies und die Neuanfertigung der Hände, durch einen Enkel des Künstlers, der ebenfalls Bildhauer war, sponserte.

Ebenso wurden an der etwa 2,10 m großen Figur, die auf einem gemauerten Sockel steht, 2021 die erneut abgeschlagenen Hände mit finanzieller Unterstützung eines weiteren Sponsors wiederhergestellt und zwar dieses Mal durch den Urenkel von Bernard Wirtz, der ebenfalls den Beruf seines Urgroßvaters ausübt.

U. Backmann

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