»Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.« Jeremia 29,1

Tannenbergkapelle

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Tannenbergkapelle

Die Tannenbergkapelle

Die alte Bauerschaft ,,ten Annaberg" (: zum Annaberg), deren Name sich im Laufe der Zeit durch Zusammenziehung der beiden Wörter zu ,,Tannenberg" bildete. beherbergt eine der Mutter Marias, der hl. Anna gewidmete Kapelle, deren Geschichte weit zurück reicht.

Seit 1935 wird jeweils am St. Anna Tag eines jeden Jahres in dieser Kapelle eine Messe gefeiert. In jenem Jahre wurde sie auf Anregung und Betreiben des aus Lippramsdorf-Tannenberg stammenden Heinrich Hövelmann errichtet. An ihrem Platz soll nach alter Überlieferung bis etwa in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hinein schon einmal eine der hl. Anna geweihte Kapelle gestanden haben. Vermutlich meinte ein bischöflicher Visitationsbericht aus dem Jahre 1614 auch diese Kapelle. wenn er vermerkt. im Kirchspiel Lippramsdorf gäbe es eine einzige Kapelle. sie sei der hl. Anna geweiht, zerstört und habe keine Einkünfte. An diese Feststellung knüpft sich das Dekret, die Kapelle müsse von denen wiederaufgebaut werden. auf die sie blickt. Und das waren die Bewohner der Bauerschaft Tannenberg. Doch erst Jahrhunderte später, im Jahre 1935. wurde das Dekret in die Tat umgesetzt.

Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man tatsächlich auf Reste eines alten Bauwerks, die auf die Echtheit der alten Überlieferung von dem einstigen Bestehen einer Kapelle an dieser stelle schließen lassen. Aber das hier nun neu errichtete, bildstockähnliche Bauwerk erwies sich bald als zu klein, so daß schon früh der Wunsch nach einer größeren Kapelle aufkam. Bei diesem Wunsch ist es viele Jahre geblieben.
Am 20. April 1945. wenige Tage vor der Beendigung des 2. Weltkrieges. fiel die Entscheidung. Anlaß war ein Überfall von etwa 60 Insassen des im Westteil von Haltern eingerichteten Ausländerlagers auf die Bauernschaft Tannenberg. Gehöfte wurden geplündert, mehrere Bewohner zum Teil schwer verletzt und fünf Männer als Geiseln mitgenommen. Da gelobten die Tannenberger. Ernst zu machen mit dem Bau der größeren Kapelle, wenn die Gefahr, in der sie alle sich in jenen schrecklichen Tagen befanden. glücklich überstanden würde. Obwohl sich noch mehrmals Überfälle dieser Art ereigneten, kamen keine Menschen mehr zu Schaden und die Geiseln kehrten unversehrt zurück.

Dem Gelöbnis treu nahmen die Bewohner der Bauernschaft alsbald mit Geldsammlungen die Vorbereitung für den Kapellenneubau auf. Aber die als vordringlich anerkannte Wiedererrichtung der durch den Krieg zerstörten Lippramsdorfer Pfarrkirche. für die die Tannenberger das inzwischen gesammelte Geld zur Verfügung stellten, brachte nochmals einen Aufschub. Erst als diese Kirche mit dem Einbau der neuen Orgel 1957 vollständig wiederhergestellt war, begannen die Tannenberger erneut damit, auf jede nur erdenkliche Weise Geld für den Baufonds der Annakapelle zu sammeln und Baumaterialien - Natursteine und Feldsteine, Findlinge aus der Hohen Mark oder von Bauernhöfen - herbeizuschaffen. Der Landkreis stellte einen Teil des Bauholzes zur Verfügung. die Firma Korf mehrere tausend Ziegelsteine. Planung und Entwurf übernahmen die Halterner Künstler Ludger Homann und Alfred Osemann.
Im Sommer 1960 konnten die Bauarbeiten endlich aufgenommen werden. Nur solche Arbeiten, die nicht durch Selbsthilfe und in Eigenleistungen zu bewältigen waren, wurden von Firmen ausgeführt. So dauerte der Bau fast zwei Jahre. Am 29. Juni 1962 nahm Propst Prikking. ein Sohn der Gemeinde Lippramsdorf, die festliche Weihe vor. Die Tannenberger hatten ihr Gelöbnis von 1945 eingelöst.
Quellenangabe: Der Text ist dem Buch "Der Raum Lippramsdorf entnommen"

Adresse

Alter Weseler Weg
45721 Haltern am See