Am 5. April wird die nächste Ausstellung in der Pfarrkirche St. Sixtus eröffnet. Unter dem Motto "Glänzende Aussichten" wagen 40 Karikaturistinnen und Karikaturisten humorvoll einen kritischen Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Auf witzige, verblüffende und manchmal erschreckende Weise werden die Kernanliegen und Themen aufgegriffen, denen sich Misereor, das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit aus Aachen und Organisator der Ausstellung, in seiner täglichen Arbeit widmet. Ob Klimawandel, Hunger, Menschenrechte oder Globalisierung, die 99 Karikaturen beleuchten die dunklen Seiten unseres westlichen Lebensstils. Sie konfrontieren uns mit den Zusammenhängen zwischen Weltpolitik und unserem individuellen Verhalten.
Wir fordern im Ausland Menschenrechte ein und schotten uns im Mittelmeer gegen Flüchtlinge ab. In einer Karikatur von Waldemar Mandzel sitzt ein europäischer Grenzschutzpolizist auf seinem Boot im Mittelmeer und tippt in seinen Laptop. "Wohnort? Beruf? Alter?", fragt er die in Massen in Richtung des Bootes schwimmenden Flüchtlinge noch kurz vor dem Ertrinken.
Wir kritisieren die Konsumgesellschaft, kaufen aber kräftig weiter ein. "Warum weinst du denn, mein Kleiner?", fragt die Großmutter ihren Enkel vor dem Schaufenster des Spielwarengeschäfts. "Ich hab das alles schon!"
Wir beklagen den Hunger in der Welt, während an der Agrarbörse mit Nahrungsmittelpreisen spekuliert wird. "Man wirft nicht mit Würstchen!", ermahnt eine Mutter ihr Kleinkind. "Dafür musste ein Schweinchen ganz viel Soja fressen und viele arme Kinder mussten tagelang hungern!"
Es sind Perspektiven wie diese, die einen zum schmunzelnden Kopfschütteln veranlassen und vielleicht zu ein bisschen Selbstreflektion - nach dem Motto: Ein herzhaftes Lachen hilft oft mehr als der erhobene Zeigefinger, um etwas zu verändern. Indem die Karikaturen die Betrachter*innen zum Lachen bringen, regen Sie zum Nachdenken an und fordern zum Handeln auf.
Die Ausstellung wird bis zum 31. Mai 2026 in der Pfarrkirche St. Sixtus zu sehen sein.
Als Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche setzt sich Misereor seit 1958 für Gerechtigkeit, gegen Hunger, Krankheit und Ausgrenzung sowie deren Ursachen ein. Misereor unterstützt gemeinsam mit Partner*innen in 86 Ländern Menschen, die in Armut leben, in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika.