Nach der festlichen Einweihung der Klais-Orgel an ihrer neuen Wirkungsstätte am 31. Januar stand nun das erste Wochenende im Zeichen des "Kultur.Punkt.Annabergkirche" an. Zwei gänzlich unterschiedliche Veranstaltungen lockten jeweils über 170 Besucherinnen und Besucher in die Wallfahrtskirche - ein mehr als gelungener Auftakt!
Am Samstagabend sorgte die musikalische Lesung "Ein Glück, dass es den Himmel gibt" für beste Unterhaltung. Auf dem Programm standen Werke des Kabarettisten und Schriftstellers Hanns Dieter Hüsch, launig vorgetragen von Cäcilia Scholten und begleitet durch die passenden Orgelimprovisationen, vorgetragen von Kirchenmusiker Christoph Schömig. "Hüsch hat ja seinerzeit nur auf einer Heimorgel rumgeschrammelt, da sind wir hier schon besser dran", witzelte Scholten.
So riss bereits das Auftaktstück - Händels "Arrival of the Queen of Sheba", für den Abend kurzfristig umgetauft in "Ankunft der Klais-Orgel auf dem Annaberg Haltern" - das Publikum ordentlich mit. Für ihre Vorträge hatte Cäcilia Scholten etliche Höhepunkte aus unterschiedlichen Büchern Hüschs ausgewählt, etwa aus "Allerlei Familiäres", "Niederrheiner wissen nix" oder "Vielerlei Politisches" - eine spritzige Mischung, die für viele Schmunzler und Lacher sorgte. Zumal Scholten, in der gleichen Region wie Hüsch aufgewachsen, den richtigen Zungenschlag mitbrachte. Schömigs musikalische Intermezzos, etwa Louis Viernes "Arabesque" oder eine eigene Improvisation über zwei Spirituals, verhalfen dem Publikum zum wohltuenden "Sackenlassen".
Mit Hüschs "Segen zum Geleit" beschloss Cäcilia Scholten ihre Rezitation - und damit einen kulturellen Abend, der bei den Anwesenden noch lange für einen positiven Nachhall sorgen dürfte.
Mit einem festlichen Konzert fand das Programm des "Kultur.Punkt.Annaberg" am Sonntagnachmittag seine Fortsetzung: Das Pfarrorchester und die Junge Kantorei präsentierten unter dem Titel "Cantate Domino" ein wunderbares musikalisches Programm mit Werken von Dieterich Buxtehude, Georg Friedrich Händel, John Rutter und etlichen anderen. Kirchenmusikerin Elina Semenova ließ passend dazu die Klais-Orgel erklingen.
Vor allem auch die verschiedenen Soli sorgten für viel Applaus, etwa das Blockflötensolo von Pia Drees.
Die rund 180 Gäste dankten den Musikern mit stehenden Ovationen für diesen gelungenen Nachmittag und ließen die Akteure nicht ohne Zugabe von der Bühne.