»Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.« Jeremia 29,1

St. Marien, Haltern am See

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St. Marien, Haltern am See

Die Kirche St. Marien in Haltern am See

Die Kirche St. Marien ist (neben der Annabergkirche) die jüngste Kirche in Haltern am See. Sie entstand zu einer für uns fern liegenden Zeit, in der die Pfarrkirche St. Sixtus und die Kirche St. Laurentius die Gläubigen nicht fassen konnten. 
Im Jahr 1962 wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt, aus dem der Halterner Architekt Bernd Kruth als Sieger hervorging. Obwohl das zweite vatikanische Konzil erst in der Planung war, so atmet sein Entwurf doch schon ganz deutlich den Geist dieser Zeit. Dies wird insbesondere dadurch sichtbar, dass sich die Gemeinde bereits in einem großen Halbrund um den Altar versammelt.

Bilder vom Architektenwettbewerb 1962

Baugeschichte

Mit dem Entwurf von Bernd Kruth hatte man sicher den mit Abstand am weitesten in die Zeit herein reichenden Entwurf zur Ausführung vorgeschlagen. Dies blieb zwar nicht ohne Widerspruch, wurde aber letztlich immer konkreter.
Nach einigen Umplanungen, bei denen z.B. die geplante Madonna auf dem Kirchturm weg fiel, wurde der Bau mit dem symbolischen ersten Spatenstich am 7.7.1963 offiziell begonnen.
Die Außenfassade wurde damals in weiß glasierten Verblendern ausgeführt, die heute aber nicht mehr sichtbar sind.
Der Grundstein wurde dann am 29.9.1963 gelegt. An diesem Tag begann auch die zweite Sitzungsperiode des zweiten vatikanischen Konzils in Rom.
Am 27.6.1965 wurde die Kirche durch den damaligen Weihbischof Heinrich Tenhumberg (1969-1979 Bischof von Münster) geweiht. 

Gestaltung des Kirchenraumes

Im Grunde basiert die Form der Kirche St. Marien auf zwei übereinander gelegten Quadraten, die um 45 Grad gegeneinander verschoben sind. Damit entsteht - aus der Luft gesehen - ein Achteck. 
Das "untere Quadrat" ist in das "obere Quadrat" eingeschnitten und beherbergt die vier Kapellen. Dies sind die Taufkapelle, die Sakramentskapelle, die Kreuzwegkapelle und die Marienkapelle. Das "obere Quadrat" ist der eigentliche große Kirchenraum, der den Altarraum beherbergt. In diesem verbinden sich "Himmel und Erde", was durch die weiße Wand des Altarraums angedeutet ist, die dort (und nur dort) nach unten herabgezogen ist.
In das obere Quadrat sind auch die bunten Kirchenfenster eingezogen, während die Glasbausteine im unteren Quadrat farblos sind. Die vier quadratischen Mittelfenster sind von unten aus nur zu ahnen - eine Erinnerung daran, dass wir Menschen dem letzten Geheimnis Gottes niemals auf die Spur kommen können.

Die Ausstattung der Kirche

Mittelpunkt des Kirchraumes ist der Altar von Hubert Teschlade (Münster-Nienberge). Von Hubert Teschlade sind auch die bunten Kirchenfenster im Obergeschoss der Kirche und der Tabernakel geschaffen worden.
Hinter dem Altar ist das große Mosaik des Gekreuzigten Herrn Jesus Christus zu sehen. Das aus der Seitenwunde tropfende Blut wird von der Gottesmutter Maria in einem goldenen Kelch aufgefangen. Das Mosaik wurde von Schwester Ehrentrud Trost (1923-2004) aus der Benediktinerinnenabtei Varensell 1977 geschaffen. 
Das Ambo und die Kerzenleuchter im Altarraum stammen von Balduin Romberg aus Borken, der auch das Taufbecken für unsere Kirche geschaffen hat.
Bruchlos fügen sich auch mittelalterliche Kunstwerke in den Raum ein. In der Marienkapelle steht seit dem Jahr 2004 eine spätgotische Madonna Madonna aus Eichenholz. Seit dem Jahr 2010 ist ein spätgotischer Christuskorpus dazu gekommen, der auf einem transportablen Kreuz montiert ist, das bei Beerdigungsgottesdiensten in den Altarraum versetzt werden kann.
Fritz Baumgartner (1929-2006) schuf den Kreuzweg für die Kirche, den die Erben von Bernd Kruth der Gemeinde als Dauerleihgabe überlassen haben. In expressionistischer Weise ist hier der Kreuzweg des Herrn und seine Auferstehung dargestellt.
Jüngstes Kunstwerk in der Marienkirche ist der neue Taufbrunnen (2010) von Leo Janischowsky aus Steinfurt.

Die Orgel

Die Marienkirche hat eine Orgel mit 31 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Gebaut wurde sie von der Firma Euler in Hofgeismar 1971/1972. Im Jahr 2010 wurde das Register "Zimbel" heraus genommen und durch das Register "Cromorne" ersetzt. Dieses Register wurde von der Firma Romanus Seifert in Kevelaer erstellt.
Die Disposition im Detail:
Rückpositiv: Holzgedackt 8'; Rohrflöte 4'; Principal 2'; Quinte 1 1/3; Sifflöte 1'; Cromorne 8'; Holzdulzian 16'; Vox Humana 8'
Hauptwerk: Gedacktpommer 16'; Prinzipal 8'; Spitzflöte 8'; Oktave 4'; Mitxtur 4fach; Trompete 8'
Brustwerk: Rohrpommer 8'; Prinzipal 4'; Spillpfeife 4'; Waldflöte 2'; Sesquialter fach; Scharff 3fach; Rohrschalmey 8'
Pedal: Subbass 16'; Oktavbass 8'; Gedacktbass 8'; Choralbass 4'; Rohrflöte 2'; Fagott 16'; Trompete 4'

Adresse

Gildenstr. 22
45721 Haltern am See